Bereits im Vorfeld der Fahrt hatten sich die Klassen 8 im Rahmen des Vernetzten Unterrichts intensiv mit der NS-Herrschaft, der deutschen Geschichte sowie der Geschichte der St. Josefspflege in Mulfingen beschäftigt. Ein Schwerpunkt fiel dabei auf die Deportation der Mulfinger Kinder im Jahre 1944, welcher durch das Buch „Auf Wiedersehen im Himmel“ von Michail Krausnick und dem Besuch des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma Heidelberg vertieft wurde.
Am Montag, den 11.05.2026, startete die Fahrt am späten Nachmittag mit dem Reisebus in Richtung Polen. Nach einer langen Anreise erreichte die Gruppe am Dienstagmorgen Oświęcim, wo sie für die kommenden Tage in der Nähe der Gedenkstätte im Zentrum für Dialog und Gebet untergebracht war.
Am Dienstag, den 12.05.2026, besichtigten die Achtklässler das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz I, welches auch unter dem Namen „Stammlager“ bekannt ist. Die 55 Schülerinnen und Schüler wurden in drei Gruppen eingeteilt und von geschulten Guides über das Gelände geführt. Da man sich in diesem Lager häufig mit anderen Gruppen gemeinsam in den Räumlichkeiten aufhält, trägt jeder einen Kopfhörer, um den deutschsprachigen Guides aufmerksam zuhören zu können. Während der Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler eindrückliche Informationen zur Geschichte des Lagers, zum Alltag der Häftlinge sowie zu den Verbrechen des NS-Regimes. Die Möglichkeit, Fragen zu stellen, wurde intensiv genutzt, und die Eindrücke wurden im Anschluss gemeinsam reflektiert.
Am Mittwoch, den 13.05.2026, besuchte die Gruppe das Konzentrationslager Auschwitz II. Bereits auf dem Weg vom Busparkplatz zum ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau beeindruckte die enorme Größe dieser Anlage. Dieser Eindruck wiederholte sich beim Betreten des Geländes gleich nochmal, weil man vom Eingang nicht zum Ende des Lagers blicken kann. Die Schülerinnen und Schüler wurden durch die verschiedenen Bereiche des Lagers geführt und erhielten umfassende Erläuterungen zu den Abläufen der Deportationen, Selektionen sowie den Lebens- und Todesbedingungen der Inhaftierten. Die Eindrücke der Schülerinnen und Schüler wurden am späten Nachmittag in Kleingruppen mit den Lehrerinnen und Lehrern nachbesprochen und vertieft.
Am Donnerstag, den 14.05.2026, fand der abschließende Besuch in Auschwitz-Birkenau statt. Wir gingen gemeinsam den Weg vom Eingang, vorbei an den Gleisen bis hinter zu den ehemaligen Gaskammern. Dort verweilten wir kurz, um anschließend weiter zum Mahnmal für die Sinti und Roma zu gehen. Dort hielt die Gruppe eine gemeinsame Verabschiedung und Andacht. Dabei wurde der Opfer gedacht, insbesondere auch der ermordeten Kinder aus Mulfingen. Auf dem Rückweg legte jede Schülerin und jeder Schüler eine Rose an einer selbst ausgewählten Stelle nieder und hielt einen Moment des stillen Gedenkens inne. Dieser ritualisierte Abschluss ist ein fester Bestandteil der Schulfahrten und dient der bewussten Auseinandersetzung mit Erinnerung und Verantwortung.
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung trat die Gruppe die Weiterreise nach Prag an, wo sie am Abend ankam und ihre Unterkunft bezog.
Am Freitag, den 15.05.2026, stand eine Stadtführung durch das jüdische Viertel in Prag auf dem Programm. Dabei besichtigte die Gruppe mehrere bedeutende Synagogen und erhielt umfassende Einblicke in die Geschichte und Kultur des jüdischen Lebens in Prag. Die Schülerinnen und Schüler konnten so ihre in Auschwitz gewonnenen Eindrücke historisch einordnen und vertiefen. Anschließend wurden die neuen Erfahrungen in Kleingruppen mit den Informationen aus dem Vernetzten Unterricht in Bezug gesetzt.
Am Samstag, den 16.05.2026, trat die Gruppe schließlich die Heimreise nach Mulfingen an. Nach einer langen, aber ereignisreichen Fahrt erreichten die Schülerinnen und Schüler am Abend wohlbehalten ihre Heimat und wurden von ihren Familien empfangen.
Die Bischof-von-Lipp-Gemeinschaftsschule bedankt sich herzlich bei der Sanddorf Stiftung für die finanzielle Unterstützung dieser Fahrt, sowie bei allen beteiligten Schülerinnen und Schülern und den begleitenden Lehrkräften für ihr großes Engagement und ihre verantwortungsvolle Teilnahme an dieser intensiven und eindrücklichen Studienfahrt.